Schullaufbahn

Die Schulzeit am Gymnasium gliedert sich in die Sekundarstufe I (Jahrgangsstufen 5-9) und die Sekundarstufe II (Einführungsphase, Qualifikationsphasen I und II). Die Jahrgangsstufen 5 und 6 heißen Erprobungsstufe, weil beide Schuljahre dazu dienen herauszufinden, ob Ihr Kind seinen persönlichen Interessen entsprechend am Gymnasium gefördert werden kann. Zu diesem Zweck wird die Entwicklung der Kinder sorgfältig begleitet.

Sobald die Einteilung der neuen 5er-Klassen feststeht, werden unsere neuen Schülerinnen und Schüler eingeladen, um ihre künftigen Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer kennen zu lernen. Durch eine Schulrallye erhalten sie auch einen ersten Eindruck von ihrer neuen Schule.

Kinder der Grundschulklassen bleiben in der Regel zusammen, es sei denn, die Eltern haben ausdrücklich andere Wünsche. Zu Beginn des neuen Schuljahres finden für alle Klassen 5 Orientierungstage statt, deren Ziel es ist, die Kinder miteinander, mit ihrer Umgebung, den zeitlichen Abläufen, dem Aufgabenheft usw. vertraut zu machen.

In dieser Zeit werden die Kinder ausschließlich von ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern betreut. Hilfe bei der Eingewöhnung leisten auch ältere Schülerinnen und Schüler (Klassenpaten), die sich freiwillig für diese Aufgabe melden.

Einen Monat später unternehmen die einzelnen Klassen jeweils einen ersten kurzen Wandertag, um so die Entwicklung einer Klassengemeinschaft zu stärken. Dasselbe Ziel verfolgen die dreitägige, von der SV organisierte Eyller-See-Fahrt, die von allen Klassen 5 am Ende des Schuljahres unternommen wird, und die fünftägige Wanderfahrt, die in den Klassen 6 stattfindet.

Während der Erprobungsstufe unterrichten möglichst wenige Lehrerinnen und Lehrer in einer Klasse, so dass das Fachlehrerprinzip allmählich vertraut wird. In vielen Fällen werden Klassenlehrer-Teams gebildet, in denen möglichst eine Kollegin und ein Kollege zusammenarbeiten.

In den Klassen 5 und 6 lernen die Schülerinnen und Schüler Englisch als erste Fremdsprache und darüber hinaus Biologie, Physik, Erdkunde, Geschichte und Politik als neue Fächer kennen. In den schriftlichen Fächern wird in der Regel Förderunterricht erteilt, der hilft, unterschiedliche Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler anzugleichen. Daneben gibt es an unserer Schule die Möglichkeit, begabte Schülerinnen und Schüler in einem neu eingerichteten Selbstlernzentrum zu fördern.

Auch der bilinguale Zweig, in dem Englisch mit zusätzlicher Unterrichtszeit unterrichtet wird, kann als Angebot zur Begabungsförderung angesehen werden.

Die Erprobungsstufe gilt als pädagogische Einheit. Daher entfällt die Versetzung von Klasse 5 nach Klasse 6. Die endgültige Entscheidung über den Verbleib am Gymnasium fällt erst am Ende der Jahrgangsstufe 6.
Die Entwicklung der Kinder wird in regelmäßig stattfindenden Konferenzen erörtert. An diesen Konferenzen nehmen alle Lehrerinnen und Lehrer teil, die in der jeweiligen Klasse unterrichten.
Außerdem laden wir jedes Jahr Kolleginnen und Kollegen der Grundschulen ein, um ihnen Gelegenheit zu geben, die Weiterentwicklung ihrer ehemaligen Schülerinnen und Schüler kennen zu lernen. Umgekehrt besuchen unsere Kolleginnen und Kollegen die 4. Schuljahre der Grundschulen, um sich über die dortige Arbeit zu informieren.

Als zweite Fremdsprache kann ab Klasse 6 Französisch oder Latein wählt werden.
Bilinguale Klassen bekommen ab Klasse 7 zusätzlich Erdkunde-, ab Klasse 8 Politik- und ab Klasse 9 Geschichtsunterricht in Englisch erteilt, ergänzt durch weitere Stunden.

In den Jahrgangsstufen 8 und 9 gibt es den Wahlpflichtbereich II (WP II). Durch ihn können Neigungsschwerpunkte gesetzt werden. Im laufenden Schuljahr finden im Wahlpflichtbereich II Kurse in Französisch, Kunst, Informatik und Chemie/Biologie statt.

In der Oberstufe schließlich wählen Schülerinnen und Schüler ihre Fächer als Leistungs- und Grundkurse gemäß ihren Interessen und den gesetzlichen Vorgaben. Das Gymnasium vergibt unterschiedliche Abschlüsse. Hierzu gehören auch der Hauptschulabschluss und der mittlere Schulabschluss mit und ohne Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. Wer am Gymnasium von Klasse 9 nach Klasse 10 versetzt wird, erhält damit ohne Einschränkung die Berechtigung, in die gymnasiale Oberstufe einzutreten. Nach Klasse 10 wird der mittlere Schulabschluss zuerkannt.
Beim Übergang in die Qualifikationsphase II kann man den schulischen Teil der Fachhochschulreife erlangen.
Die allgemeine Hochschulreife erwerben Schülerinnen und Schüler mit dem Bestehen der Abiturprüfung. Sie können, wenn sie die bilinguale Laufbahn absolviert haben, das bilinguale Abitur erwerben, mit besonderen Leistungen und Qualifikationen auch das Exzellenzlabel CertiLingua.