Spannende Sachaufgaben selbst entwickeln

„Hank möchte vom Tisch eine Salami klauen. Da er zu klein ist und nicht allein auf den Tisch kommt, springt er auf einen Stuhl und klaut sich die Salami. Wie groß muss die Fläche vom Stuhl sein, so dass alle vier Pfoten auf die Oberfläche des Stuhles passen, wenn die Pfoten von Hank 10 cm x 10 cm lang sind?“ Nadi, Johanna, Leni und Zeynep aus der Klasse 5b entwickelten diese Sachaufgabe im Mathematikunterricht. In einem Kurzprojekt sollten die Schülerinnen und Schüler Aufgaben zum Thema Flächeninhalt und Umfang von Quadraten und Rechtecken entwickeln. Innerhalb dieser Aufgaben sollten Daten vorkommen, die sie an den Hunden ihrer Lehrerin Copper und Hank messen sollten.

Mit großem Eifer dachten sich die Schülerinnen und Schüler Sachkontexte mit den Hunden aus, entwickelten Aufgaben und nahmen Maß. Mit den schuleigenen iPads schrieben sie die Aufgaben ordentlich auf, so dass die Mitschülerinnen und Mitschüler sie anschließend bearbeiten konnten.

Bei der Bearbeitung fiel jedoch auf, dass nicht alle Aufgaben mathematisch sinnvoll gestellt waren, weil zum Beispiel wichtige Daten fehlten. Das gilt natürlich auch für obige Beispielaufgabe. So ging es in der Endphase des Projektes nicht vorrangig um die Lösungsfindung sondern um die Prüfung, ob die Aufgabe eindeutig und klar gestellt ist. Diese Überlegungen erwiesen sich als sehr schwierig für die Fünftklässler. Häufig merkten sie, dass etwas nicht stimmte, konnten es aber nicht richtig in Worte fassen. Am Ende waren sie froh, wenn sie in gemeinsamen Besprechungen eine Aufgabe optimiert hatten, wie beispielsweise die Aufgabe von Phil, Alex, Fin, Luke und Quentin: „Copper und Hank gehen in ein Hundeparadies. Dort müssen sie auf ein Viereck für eine Massage. Welche Fläche muss das Viereck haben, wenn beide Hunde zusammen 74 cm breit und 79 cm lang sind?“ Oder die Aufgabe von Anna, Lia und Finja: „Frau Kirstein geht zum Tierheim, um sich zwei neue Hunde zu kaufen. Ihr gefielen zwei Hunde mit den Namen Copper und Hank besonders gut. Aber die Hunde waren sehr groß. Im Liegen hat Copper eine Breite von 26 cm und eine Länge von 117 cm. Der liegende Hank hat eine Breite von 40 cm und eine Länge von 131 cm. Der Tierheimleiter teilte ihr mit, dass die Hunde mindestens ein Meter mehr Platz brauchen als der Umfang von ihnen ist. Nun ist sie sich nicht mehr sicher, ob ihr Käfig mit einem Umfang von sechs Metern reicht. Sie sollen natürlich auch darin liegen können.“ Hier stellten die Kinder fest, dass diese Aufgabe viel schwieriger zu lösen ist, als sie es eigentlich gedacht hatten.

Einen spannenden Sachkontext zu finden, ist also gar nicht so schwer! Eine richtige Matheaufgabe daraus zu machen, ist aber sehr anspruchsvoll.

Heike Kirstein

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