„Faust“ hautnah – Schüler als Teil der Inszenierung

Ein Schauspieler, mehrere Rollen – Ekkehart Voigt vom „Theater Als Ob“ schaffte es mit seiner Interpretation des „Faust“, den 130 Schülerinnen und Schülern der Q1 und Q2 Goethes Literaturklassiker näher zu bringen als es der herkömmliche Deutschunterricht vermag. Sein Auftritt am vergangenen Freitag in der Aula des Krupp-Gymnasiums wird so manchem noch länger im Gedächtnis bleiben.
Das liegt vor allem daran, dass die zukünftigen Abiturienten kurzerhand in das Geschehen eingebunden wurden, indem sie als Schüler einer „Teufelsschule“ die hohen Künste des Teufels Mephisto mit anschauen sollten. Voigt in der Rolle des Lehrmeisters dieser besonderen Schule kann so die Handlung des „Faust“ immer wieder raffen und zusammenfassen. Er läuft durch das Publikum, spricht „seine“ Schüler immer wieder direkt an – mit Fragen, aber auch klaren Anweisungen, z.B. einen Text auf der Bühne vorzulesen, oder als „Klopfgeist“ zu fungieren. So manch ein Schüler wird sicher gedacht haben: „Hoffentlich spricht er nicht mich an.“ Und doch machten alle mit und wurden mit dieser besonderen Form der Darbietung unterhalten.
Voigt schlüpft auf der Bühne in alle wichtigen Rollen des „Faust“, seine Schauspielkunst macht es dem Zuschauer leicht, alle Figuren zu erkennen – ob den Gelehrten, Mephistopheles, auch Gretchen und Marthe Schwerdtlein. Selbst der Pudel ist auf der Bühne zu sehen – in Form eines Luftballons.
Im Anschluss an das Stück, hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit dem Schauspieler ins Gespräch zu kommen und nutzten dies sehr vielfältig. Auf die Frage eines Schülers, warum er das Stück als Solostück aufführe, antwortete Voigt: „Was gibt es Schöneres als alle Rollen selbst zu spielen?“ – Es ist ihm überzeugend gelungen.
Steffi Müller

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